Wer sich für ostasiatische Kulturen und für angenehmen Schlaf interessiert, für den könnte auch ein sogenannter Zen-Wecker interessant sein. Diese Art von Weckern ist eine recht kleine Nische in der es bisher noch nicht so viele Produkte gibt. Sie orientiert sich an der Zen-Lehre , welche man hierzulande am ehesten vom recht radikalen Ansatz her kennt, möglichst viel Elektronik und möglichst viele Kabel aus dem Schlafzimmer zu entfernen, um dadurch keinen Elektrosmog zu haben. Es ist eine Reduktion auf das Wesentliche; auf eine Umgebung, wie sie der Natur recht nahe kommt, denn elektronische Geräte sind ganz sicher nicht natürlich.
So versucht man, auch bei Zen Weckern einen ähnlichen Ansatz zu wählen. Dieser fällt aber wesentlich weniger extrem aus: Die Wecker haben in der Regel noch Elektronik eingebaut, zum Beispiel in Form einer Digitalanzeige. So eignen sie sich auch für Leute, die allgemein der Zen-Lehre nicht viel abgewinnen können und auch im Schlafzimmer nicht auf die Errungenschaften der Zivilisation verzichten wollen ;)
Der wesentliche Unterschied zwischen einem Zen-Wecker und einem normalen Wecker liegt in der Art des Klingelgeräusches. Bei normalen Produkten ist dies häufig ein digitaler Ton, oder ein Radio. Zumeist ist das Geräusch unangenehm, auf jeden Fall aber hochgradig künstlich, da es über einen Lautsprecher erzeugt wird. Zen-Wecker versuchen, diese Schwachstellen zu verbessern. Sie sind darauf ausgelegt, ein möglichst angenehmes Aufwachen zu gewährleisten und sind bemüht, das Klingelgeräusch möglichst wenig künstlich zu erzeugen (ganz ohne Elektronik und Mechanik geht es leider nicht).
Dementsprechend wird der Weckruf nicht über einen Lautsprecher erzeugt, sondern stattdessen über eine Stimmgabel oder über eine Glocke, welche jeweils mechanisch (zum Beispiel mittels eines kleinen Hammers) angeschlagen werden und somit einen Ton erzeugen. Und jeder, der schon einmal den Klang eine Stimmgabel gehört hat, der weiß, dass diese wesentlich angenehmer als der normale, nervtötende Piepston eines Weckers klingt. Umso angenehmer ist auch das Aufwachen. Hier gilt aber auch: Aufpassen! Denn wer bei einem Zen-Wecker allzu knauserig einkauft, der bekommt nur minderwertige Qualität und hört am Morgen laut und deutlich die surrenden und quietschenden Motoren, die die Stimmgabel (eigentlich sanft) anschlagen sollen. Bei bei einem guten Produkt sollten derartige Unannehmlichkeiten aber nicht auftreten.
Um das Aufwecken zusätzlich angenehmer zu gestalten, schlagen Zen-Wecker nicht von Anfang an unbarmherzig im Sekundentakt auf die Stimmgabel. Stattdessen vergehen zwischen dem ersten und zweiten Schlag mehrere Minuten. Zwischen dem zweiten und dritten Schlag lässt sich der Wecker dann schon etwas weniger Zeit und so weiter - bis er schließlich nach etwa 10 Minuten den minimalen zeitlichen Abstand von knapp fünf Sekunden zwischen zwei Schlägen erreicht hat. Die Verringerung der Zeitabstände wird mathematisch über den sogenannten Goldenen Schnitt berechnet, der häufig in der Natur vorkommt.
Somit versucht man mit einem Zen-Wecker nicht nur über das Weckgeräusch ein möglichst angenehmes Aufwachen zu garantieren, sondern auch über das langsame Einsetzen des Klingelns. Freilich muss das aber nicht unbedingt jedermanns Sache sein, denn wer einen sehr seichten Schlaf hat, der wird vielleicht schon vom ersten Läuten direkt geweckt und wacht somit etwa 10 Minuten zu früh auf - und wer einen sehr festen Schlaf hat der überhört das angenehme Geräusch wahrscheinlich eher als den unangenehmen Digitalton.
Eine nicht so entspannende Erfahrung dürfte auch der Preis eines solchen Geräts sein, denn unter 100 Euro wird man nicht weit kommen. Etwa 130 Euro sollte man schon einkalkulieren. Dafür bekommt man aber auch ein Gerät, welches einem den Start in den Tag angenehmer gestaltet und in der Regel schick aussieht.
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Dienstag, 19. August 2008
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